Weißbuch Arbeiten 4.0 – Digitalisierung Fortschrittsdialog

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Weißbuch Arbeiten 4.0 – Mit der heutigen Abschlusskonferenz zieht das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Bilanz des Dialogprozesses „Arbeiten 4.0“, den Bundesministerin Andrea Nahles im Frühjahr vergangenen Jahres startete.

(upmann.digital) Rund 800 Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner, Verbände, Unternehmen, Wissenschaft und Politik treffen sich dazu in Berlin. Bundesministerin Andrea Nahles stellt auf der Konferenz den Diskussionsentwurf für das Weißbuch Arbeiten 4.0 vor.

Weißbuch Arbeiten 4.0

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles:

Der Dialog Arbeiten 4.0 hat deutlich gemacht, dass unser Modell der Sozialpartnerschaft die beste Basis ist, um gute Arbeit auch in Zukunft sicherzustellen und zu fördern. Mein Ziel ist ein fair ausgehandelter Kompromiss zwischen den Erfordernissen der Arbeitgeber nach mehr Flexibilität und den Bedürfnissen der Arbeitnehmer. Konkret schlage ich mehr Wahlarbeitszeitoptionen und eine innovative Arbeitszeitgestaltung vor, die persönliche Zeitbedarfe neben der Erwerbsarbeit anerkennt. Ich möchte Lernräume schaffen, um den Sozialpartnern zu ermöglichen, in der betrieblichen Praxis auszuprobieren, ob mehr Flexibilität und Schutz vor Überlastung zusammengehen. Und mein Ziel ist eine Weiterbildungsoffensive und ein Recht auf Weiterbildung, weil sich die Anforderungen an die Arbeitnehmer in neuem Ausmaß verändern. Das Weißbuch Arbeiten 4.0 setzt so einen wichtigen Impuls, um die Digitalisierung als Chance auf einen Jahrhundert-Fortschritt für die Arbeitswelt zu nutzen.

Den Dialogprozess Arbeiten 4.0 hat das BMAS im April 2015 mit der Vorlage eines Grünbuchs begonnen, das 30 Leitfragen zur Gestaltung der Arbeitswelt der Zukunft stellte. Arbeiten 4.0 steht dabei als Synonym für neue Gestaltungschancen in der Arbeitswelt mit Blick auf die Digitalisierung, den demographischen Wandel und gesellschaftliche Veränderungen. Die übergeordnete Frage lautet: Wie können wir technische Innovationen auch für sozialen Fortschritt nutzen und „Gute Arbeit“ im digitalen und gesellschaftlichen Wandel erhalten oder sogar stärken?

Das BMAS hat während des Dialogprozesses Verbände, Gewerkschaften und Unternehmen um Stellungnahmen gebeten, zahlreiche Fachworkshops, Konferenzen und Themenveranstaltungen durchgeführt, mehr als 20 wissenschaftliche Studien in Auftrag gegeben und im direkten Dialog vor Ort mit Bürgerinnen und Bürgern – zum Beispiel im Rahmen des Kino-Festivals „Futurale“ – Meinungsbilder eingeholt. Insgesamt waren

  • mehr als 200 Expertinnen und Experten involviert,
  • besuchten deutschlandweit 12.000 Bürgerinnen und BürgerVeranstaltungen im Rahmen des Dialogprozesses,
  • wurde das Grünbuch in einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren bestellt und mehr als 11.000 mal online abgerufen,
  • beteiligten sich über 15.000 Menschen an einer Online-Befragung zur Studie Wertewelten Arbeiten 4.0,
  • wurden mehr als 50 Stellungnahmen von Verbänden, Organisationen und Unternehmen zum Grünbuch Arbeiten 4.0 vom BMAS ausgewertet.

Der Diskussionsentwurf für das Weißbuch Arbeiten 4.0 ist Ergebnis dieses Prozesses. Es analysiert die großen Trends und Gestaltungsbedarfe der Arbeitswelt 4.0 und identifiziert konkrete Lösungsansätze für Unternehmen, Beschäftigte, Sozialpartner, Verbände, Kammern, die Politik in Bund und Ländern sowie weitere Akteure. Das neue Leitbild „Gute Arbeit im digitalen Wandel“ setzt an den Stärken des deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells an und zielt auf eine sozial austarierte neue Arbeitswelt, die Sicherheit und Flexibilität bietet. Konkret beschreibt das Weißbuch Lösungsansätze in acht Gestaltungsbereichen:

  1. Beschäftigungsfähigkeit: Von der Arbeitslosen- zur Arbeitsversicherung
  2. Arbeitszeit: Flexibel, aber selbstbestimmt
  3. Dienstleistungen: Gute Arbeitsbedingungen stärken
  4. Gesunde Arbeit: Ansätze für den Arbeitsschutz 4.0
  5. Beschäftigtendatenschutz: Hohe Standards sichern
  6. Mitbestimmung und Teilhabe: Den Wandel partnerschaftlich gestalten
  7. Selbstständigkeit: Freiheit fördern und absichern
  8. Sozialstaat: Perspektiven für die Zukunft und europäischer Dialog

Zum Download – Weißbuch Arbeiten 4.0

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a883-weissbuch.pdf?__blob=publicationFile&v=4

Auf www.arbeitenviernull.de finden Sie das Weißbuch Arbeiten 4.0, eine Zusammenfassung der Ergebnisse und alle Informationen zum Fortschrittsdialog.

Patrick Upmann

Interim Manager | Berater | Coach

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