Digitale Technologien in der Fertigungsindustrie

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Digitale Technologien in der Fertigungsindustrie – Im Rahmen seiner strategischen Ausrichtung „Mobilität für morgen“ treibt Schaeffler die Digitalisierung aktiv voran. Mit dem strategischen Partner IBM und dem ersten gemeinsamen Projekt, dem Aufbau einer digitalen Plattform, legt Schaeffler das Fundament für die Verarbeitung großer Datenmengen zur datenbasierten Wertschöpfung. Bereits ab Oktober 2016 steht eine Schaeffler-Cloud für erste Anwendungen bereit.

Digitale Technologien
Strategische Partnerschaft – Schaeffler und IBM: Von links nach rechts: Gerhard Baum, Chief Digital Officer, Schaeffler AG, Ivo Körner, Geschäftsführer Vertrieb, IBM Deutschland, Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie der Schaeffler AG, Jürgen Henn, Executive Partner, IBM Global Business Services, und Harald Gießer, Chief Information Officer, Schaeffler AG

Der global tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler schließt eine strategische Partnerschaft mit IBM als strategischen Partner für die digitale Transformation. Als Technologie-Lieferant, Berater und Entwicklungspartner für ein digitales Ökosystem unterstützt IBM das Unternehmen dabei, mechatronische Komponenten, Systeme und Maschinen von Schaeffler in die rasant wachsende Welt des „Internet of Things“ (IoT) zu integrieren und neue Geschäftsmodelle auf Basis von digitalen Services zur Marktreife zu entwickeln. Die beiden Unternehmen haben als ersten Meilenstein eine digitale Plattform aufgebaut, über die ab Oktober alle datenbasierten Services von Schaeffler laufen werden. Zusammen mit IBM werden mit Hilfe von „Design Thinking“ und agiler Entwicklungsmethoden zeitnah innovative Lösungen sowohl für den internen Bedarf als auch für Kunden entwickelt. Für eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Schaeffler, seinen Kunden und Partnern wird ein offenes, digitales Ökosystem aufgebaut. Die digitale Plattform bildet die technische Grundlage dafür.

„Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Kunden einen deutlichen Mehrwert zu bieten. Unser Ziel ist es, Daten aus Produkten und Prozessen miteinander zu verknüpfen. Aus diesen wertvollen Primärdaten werden dank Analytics gewinnbringende Informationen, die wir zur Effizienzsteigerung unserer Abläufe und zur Entwicklung innovativer, datenbasierter Services für unsere Kunden nutzen. Wir freuen uns, dafür mit IBM den idealen Partner gefunden zu haben“, sagt Prof. Dr.-Ing. Peter Gutzmer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie der Schaeffler AG.

Die digitale Agenda von Schaeffler
Gerhard Baum, seit Oktober 2015 Chief Digital Officer von Schaeffler, hat die Handlungsfelder für die digitale Weiterentwicklung definiert: „Wir konzentrieren uns insbesondere auf die sensorische Erweiterung bestehender sowie die Entwicklung neuer Produkte mit integrierter Software. Im Produktionsumfeld werden nicht nur Maschinen und Transportmittel innerhalb der Schaeffler-Werke informationsbasiert verknüpft, sondern auch die einzelnen Werke mit der gesamten Lieferkette. Schaeffler will bestehende Prozesse und Abläufe digital optimieren, neue serviceorientierte Prozesse schaffen und konsequent die digitale Interaktion von Menschen mit IT-Systemen fördern.“ „Die gemeinsame Implementierung der digitalen Agenda ist eine ideale Aufgabe, um unsere neuen, kognitiven IoT-Technologien im Umfeld der Fertigungsindustrie einzusetzen und voranzubringen“, sagt Ivo Körner, Geschäftsführer Vertrieb, IBM Deutschland. Zum Einsatz kommt eine globale, hybride Cloud-Infrastruktur. Die Cloud-Anwendungsplattform „IBM Bluemix“ mit Watson IoT wird für maßgeschneiderte Anwendungen und mobile Apps für das Internet der Dinge genutzt.

Daten durchgängig miteinander verknüpfen und integrieren
Komponenten von Schaeffler wie Lager oder Kupplungssysteme befinden sich in Maschinen und Autos genau dort, wo wichtige Zustands- und Bewegungsinformationen entstehen. Schaeffler hat in den vergangenen Jahren signifikant in Forschung und Entwicklung investiert und diese Bauteile mit Sensoren, Aktuatoren und Steuergeräten inklusive Software ausgestattet. Nur so können sie beispielsweise wertvolle Daten über den Maschinenzustand erfassen, verarbeiten und dann in wertschöpfende Services umwandeln.

Im Fokus der Partnerschaft stehen unter anderem:
• Optimierte Instandhaltung in der Windkraft
Schaeffler ist ein wichtiger Partner für die Branche der regenerativen Energien und stellt mit riesigen Lagern sicher, dass sich Windturbinen reibungslos drehen. Diese Lager auszuwechseln ist kompliziert und teuer, da dies zu Stillstandzeiten und Energieverlust führt. Schaeffler und IBM werden gemeinsam erforschen, wie „machine learning“ zusätzliche Einblicke über die Leistung der Produkte unter den unterschiedlichsten Bedingungen gewähren kann. Sensoren überwachen in Echtzeit den Zustand von Windkraftanlagen und Komponenten. In Verbindung mit Windprognosen und Wetterdaten von der „Weather Company“ (von IBM) können Windpark-Betreiber frühzeitig einen Komponenten-Tausch für die nächste Windflaute einplanen.

• Digitalisierte Überwachung und Optimierung von Zügen:
Schaeffler verfügt über mehrere Dekaden Erfahrung in der Schienenverkehrstechnik. In enger Zusammenarbeit mit Herstellern und Betreibern entstehen abgestimmte Lösungen für jede Lageranwendung in Zügen. Dank kognitiver Informationen aus der Cloud wird Schaeffler seine vorausschauende Instandhaltung für Züge verbessern, deren Betriebssicherheit erhöhen und Betriebskosten reduzieren. Intelligente Lager können Körperschall, Temperatur und Drehzahlen messen. So werden Wälzlagerschäden vermieden und frühzeitig Sicherheitswarnungen an die Betreiber ausgegeben.

• Vernetzte Autos:
Schaeffler ist führend in der Entwicklung und Herstellung von Produkten für Motor, Getriebe und Fahrwerk. Dank neuer Technologien wird Schaeffler in Zukunft die Funktionalität von Komponenten durch Datengenerierung und Aufbereitung erweitern. Echtzeitanalysen und kognitive Systeme werden die generierten Daten in wertvolle Informationen umwandeln. So können OEMs die Betriebssicherheit der Autos erhöhen und Kunden neue Services mit Mehrwert anbieten.

• Die Werkzeugmaschine 4.0:
Kognitive Technologien von IBM werden helfen, Schaefflers Industrie 4.0-Strategie für Werkzeugmaschinen weiterzuentwickeln und die OEE (Overall Equipment Efficiency) zu verbessern. Dazu gehören die Optimierung von Produktionsprozessen, Echtzeitanalysen, eine kontextbezogene Wartung und die Vernetzung und Optimierung mehrerer Maschinen. Zielrichtung ist dabei eine permanente Optimierung der Produktion und Lieferkette. Im Fokus steht dabei die interne Optimierung als Effizienzsteigerung und die Schaffung neuer Dienstleistungsangebote für unsere Kunden und Partner.

• Connected Equipment – Operation-Center:
Hier überwachen Experten die Zustände von tausenden internen und externen Maschinen und Anlagen. Die Big-Data-Strukturen werden an das Operation-Center übertragen und dort in der Schaeffler-Cloud verarbeitet. Die Analyse, Vorhersage und Optimierung erfolgt mittels neuer Algorithmen und kognitiver Methoden. Auffälligkeiten und Handlungsbedarfe werden aufgezeigt, Maßnahmen werden entsprechend eingeleitet.

Herausgeber: Schaeffler AG

Patrick Upmann

Interim Manager | Berater | Coach

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